B.2 Creating a Climate for Change

Die Psychologie der kollektiven Aktionen

Event large

Ein baldiges Handeln ist notwendig, denn Klimaforscher*innen weltweit bekunden, dass die beobachteten Klimaveränderungen durch den Menschen verursacht sind und dass ein Überschreiten des Zwei-Grad-Ziels verheerende Folgen mit sich bringen wird (Intergovernmental Panel on Climate Change [IPCC], 2001, 2014). Der Weltklimarat der Vereinten Nationen bezeichnet den Klimawandel und seine Folgen als die gravierendste Herausforderung des 21. Jahrhunderts (IPCC, 2014). Mit der Dringlichkeit und Schwere dieser Herausforderung geht die Notwendigkeit einher, tiefgreifende Veränderungen in unserem Lebensstil, aber auch im Zusammenspiel zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu erzielen. Für das Gelingen einer umwelt- und klimagerechten Transformation kann die globale Zivilgesellschaft als starken Motor gesehen werden. Der gesellschaftliche Einfluss sozialer Bewegungen und ein gemeinsames zivilgesellschaftliches Handeln spielen dabei eine zentrale Rolle. Bereits in der Vergangenheit haben soziale Bewegungen eindrucksvoll zeigen können, welche Kraft von ihnen ausgehen kann und dass diese in der Lage sind, weitreichende politische und gesellschaftliche Veränderungen zu erwirken. Das psychologische Konzept, das sich mit diesen Ereignissen befasst, ist das der kollektiven Aktion. Eine kollektive Aktion kann bspw. eine Demonstration, eine Petition oder ein gemeinsamer Boykott sein. Was aber führt dazu, dass Menschen sich in sozialen Bewegungen engagieren und an kollektiven Aktionen bspw. für die Forderung nach Klimagerechtigkeit und für den Kohleausstieg teilnehmen? Dieser und weiteren Fragen wollen wir in unserem Kurs nachgehen. Dabei werden wir über die Wahrnehmung von Ungerechtigkeit und Solidarität, über soziale und politisierte Identitäten und über die Wahrnehmung von Wirksamkeit sprechen. Neben der Theoriearbeit wollen wir gemeinsam praktische Implikationen daraus ableiten und schauen, wo und wie wir diese in unserer politischen und gesellschaftlichen Arbeit konkret umgesetzen können.