A.2 Neue Ideen für das Rheinland

Wie kann die große Transformation gelingen?

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Die Einhaltung der Ziele von Paris erfordert ein gesellschaftliches Umsteuern und technische Innovation in einem Maß, dass dieses als „große Transformation" bezeichnet wird. In Kohleregionen wie dem Rheinland wird die Notwendigkeit eines raschen und umfassenden Wandels von der Art wie wir unsere Energie erzeugen, aber auch von der Art, wie wir leben besonders deutlich. Kohleregionen sind daher ein Fokuspunkt der großen Transformation – mit all den daraus entstehenden Herausforderungen und Chancen.
In diesem Kurs möchten wir zunächst kurz auf die Restemissionen, die zur Einhaltung des 1,5°C Ziels noch ausgestoßen werden dürfen und die Implikationen für den Kohleausstieg eingehen, um anschließend gängige Klimaschutzszenarien für Deutschland, die vom Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt und NGOs in letzter Zeit veröffentlicht wurden vorzustellen. Wir möchten damit folgende Fragen diskutieren:


  • Wie schnell kann aus technischer und politischer Sicht die Kohlestromerzeugung durch erneuerbare Energien ersetzt werden? Wie kann ein zukünftiges treibhausgasneutrales Energieversorgungssystem technisch ausgestaltet werden? Welche gesellschaftlichen Umstellungen bedeutet dies?

  • Importieren wir Kohlestrom aus anderen Ländern, wenn wir aus der Kohlestromerzeugung in Deutschland ausstiegen?

  • Wie stark steigen die Strompreise, wenn wir aus der Kohle aussteigen? Was hat es mit dem Argument, dass durch den Strompreis reihenweise Arbeitsplätze in der energieintensiven Industrie verloren gehen, auf sich?


Aufbauend darauf wollen wir uns genauer mit den Braunkohleregionen selbst beschäftigen. Wir werfen einen Blick auf Arbeitsplätze, die in der Kohleindustrie im Rheinland verloren gehen und betrachten die Möglichkeiten, diese durch Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien, Gebäudesanierung, nachhaltiger Tourismus und Elektromobilität zu ersetzen. Dazu werden wir an Tag 2 auch einen Mitarbeiter einer Bürgerenergiegenossenschaft aus Köln, die unter Anderem PV-Anlagen in der Nähe der Tagebaue errichtet, zu Gast haben um mit uns zu diskutieren und das Konzept der Bürgerenergiegenossenschaft, deren Pläne für Anlagen an und in den Tagebauen und weiteren Aktivitäten in der Region vorzustellen.
Anschließend möchten mit Euch gemeinsam kritisch hinterfragen, wie stark das alleinige Setzen auf grüne Technologien beim Klimaschutz in Deutschland vielleicht auch die Grenzen für ein nachhaltigen Leben für alle auf der Welt überschreiten würde. Wieviel Umdenken bei den Verhaltens- und Konsummuster und wieviel Suffizienz ist möglich? Wie überzeugt man den mainstream? Wo und wie kann man selbst etwas tun?
Am vierten Tag des Kurses wird Manfred Maresch, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie, Energie als Gast in unseren Kurs kommen, um mit uns zu diskutieren. Durch ihn wollen wir herausfinden, wie die Sicht der Gewerkschaft auf den Klimaschutz ist, welche Wünsche und Forderungen die Arbeiter der Region haben und mit welchen Ansätzen man vielleicht gemeinsam ein Stück weiter kommen kann.
Der Kurs richtet sich an alle mit Interesse für aktuelle Fragen der Energiewende in Deutschland, die offen über mögliche Zukünfte in einer treibhausgasneutralen Gesellschaft diskutieren möchten.